Josef Weiser
Gemeinderat der Stadt Salzburg

Rif: Sanierungsbedarf seit Herbst bekannt

3.Juni 2010, Josef Weiser, Sport-Referent

Brenner muss jetzt rasch handeln! Ein Tragluftdach auf dem Stadtbad ist ein rechtlich unrealisierbares Luftschloss!

Für das dringend sanierungsbedürftige Hallenbad in Rif gibt es noch immer keine klare Lösung. Das hat heute eine mündliche Anfrage im Salzburger Landtag an den ressortzuständigen Lhstv. David Brenner (SPÖ) gezeigt. Salzburgs talentierte junge Schwimmer und Schwimmerinnen, die sich berechtigte Hoffnungen auf die Teilnahme bei großen internationalen Wettkämpfen machen dürfen, müssen weiterhin um ihre Trainingsmöglichkeiten zittern. Wie jetzt bekannt wurde, ist das Ausmaß des Problems schon seit Herbst 2009 bekannt. Das heißt, Lhstv. Brenner weiß schon seit fast einem dreiviertel Jahr Bescheid, dass das Schwimmbecken und die Bädertechnik im Hallenbad Rif dringend saniert werden müssen. Einen eigenen Lösungsvorschlag konnte Brenner aber heute auch nach 8 Monaten noch nicht präsentieren. Warum wurde nicht bereits im Zuge der Gutachtenserstellung intensiv über einen Ersatzstandort nachgedacht?. Das Tragluftdach über ein Bad auf Stadtgebiet ist ein Luftschloss. Nicht nur, dass es nicht gerade ein Meilenstein vorausschauender Politik ist, im März bei der Stadt anzuklopfen und eine kurzfristige Lösung innerhalb weniger Monate zu verlangen, diese Lösung scheitert schon aus rechtlicher Sicht. Aber vielleicht möchte Lhstv. Brenner ja noch eine kleine Novellierung zum Bautechnikgesetz anregen. Auch der Vorschlag, Salzburgs Schwimmer und Schwimmerinnen bis nach Zell am See aufzuteilen, kann wohl nicht ganz ernst gemeint sein. Über diese Zerstreuung der Salzburger Spitzenschwimmer und –schwimmerinnen kann ich nur den Kopf schütteln.

Bleibt einzig Variante 3, die Adaptierung einer leer stehenden Industriehalle in unmittelbarer Nähe zum Sportzentrum Rif: Wenn der Startschuss für die Sanierungsarbeiten tatsächlich erst im Frühjahr 2011 fallen sollte, dann hätte die Landespolitik noch fast ein ganzes Jahr Zeit, um die nötige Infrastruktur zu schaffen. Halleins Bürgermeister Christian Stöckl hat Brenner ja bereits eine mehr als brauchbare Option aufgezeigt. Es ist jetzt an der Zeit, dass sich Sportreferent Brenner mit allen Beteiligten zusammensetzt und die Ersatzstandortlösung für Rif rasch auf die Reise schickt. Alles andere wäre ein kindisches Tümpfeln des gesamten Salzburger Wassersports!

Schnellschuss in der Stadt wäre „schmerzhafter Bauchfleck“

Der Aufforderung von Seiten des Landes, die Stadt Salzburg solle sich um einen Ersatzstandort für Rif bemühen, kann ich nichts abgewinnen: Mir ist bewusst, dass es in Sachen Hallenbad in der Stadt bereits fünf nach 12 ist. Jetzt – nach mehreren gescheiterten Anläufen – haben wir aber nun endlich die realistische Chance, das letzte Kapitel im endlosen Bäder-Melodram aufzuschlagen. Auf der letzten Länge jetzt auf Zuruf einen Schnellschuss zu fabrizieren, wäre für den Schwimmsport in der Stadt Salzburg vermutlich am Ende nicht mehr als ein schmerzhafter Bauchfleck!



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