Josef Weiser
Gemeinderat der Stadt Salzburg

Trainingsbetrieb für 2000 Kinder in Gefahr

19.02.2010, Josef Weiser

SPÖ und Bürgerliste strichen wegen ÖVP-Nein zum Budget 2010 die Jugendsportförderung – Projekt von 13 Fußballvereinen auf der Kippe

Einen Hilfeschrei hat diese Woche die Plattform Jugendsportförderung Salzburg (PJS) an Bürgermeister Schaden gerichtet. Dieser hat der Plattform gemeinsam mit der Bürgerliste das Budget für Ihre Fußballnachwuchsförderung um ein Drittel von 30.000 auf 20.000 Euro zusammengestrichen. Damit brächte er, so die PJS, aber das Projekt „Sportrasenpflege“ zu Fall, mit dem sich die 13 Fußballvereine durch eine Kooperation mit der Firma Greenpower (die unter anderem auch den EM-Rasen in Wals verlegt hat) eine Kostenersparnis von mindestens 40 Prozent erhoffen. Drauf zahlen müssen dann die rund 2000 Kinder, die in den Vereinen trainieren. Denn der Trainings- und Spielbetrieb, wie er derzeit stattfindet, ist dann Geschichte.

Pikanterie an der Geschichte: Im Budget für das Jahr 2010 waren bereits 30.000 Euro für den Fußballnachwuchs vorgesehen – bis die ÖVP aufgrund starker Auffassungsunterschiede den Verhandlungstisch der rot-grünen Koalition verlassen hatte. Plötzlich war die von ÖVP und Liste Tazl eingebrachte Erhöhung der Förderung des Fußballnachwuchses wieder vom Tisch. Das belegt auch das Protokoll der Budgetverhandlungen, das uns der Herr Bürgermeister mit dreimonatiger Verspätung (!!!) nun dankenswerterweise doch zukommen hat lassen. Als ÖVP Sportsprecher kann ich über diese Machtspielchen des Bürgermeisters gemeinsam mit seinen grünen Handlangern nur den Kopf schütteln.

Plattform Jugendsportförderung, Fußballnachwuchsförderung:
Die auf Vorschlag von ÖVP und Liste Tazl vorgenommene Erhöhung des Ansatzes wird zurückgenommen. (Restantenprotokoll 17.11.2009)

Gerade was die Jugendsportförderung betrifft, hatten wir gehofft, dass sich SPÖ und Bürgerliste nicht von parteipolitischen Motiven leiden lassen. Leider haben wir falsch gedacht, anscheinend waren die Rachegelüste von Rot und Grün dann doch zu groß. Dieses Vorgehen ist für mich skandalös! Dass der Bürgermeister aus gekränktem Stolz das sportliche Engagement der Fußballvereine für Salzburgs Jugend mit Füßen tritt, dieses Verhalten richtet sich selbst. Offenbar wussten SPÖ und Bürgerliste aber ohnehin besseres mit den 10.000 Euro anzufangen. Im selben Atemzug, in dem sie den Vereinen das Geld gestrichen haben, wurde es beim Fest MOVIDA wieder draufgeschlagen. Drei Tage Party statt ein Jahr Einsatz für den Jugendsport. Gut zu wissen, wo Rot-Grün ihre Prioritäten setzen.

Projekt MOVIDA:
Die in den Verhandlungen vorgenommene Reduzierung des Kontos 0100.7281 um € 10.000,-- wird zurückgenommen. € 10.000,-- Budgetvorsorge für Projekt MOVIDA. Gegen FPÖ. (Restantenprotokoll vom 17.11.2009)

Nur so viel: Es ist auch uns klar, dass die Stadt Salzburg in wirtschaftlich schwierigen Zeiten den Gürtel enger schnallen muss und nicht alle lieb gewonnenen Subventionen unantastbar sein dürfen. Unverständlich ist für mich aber, warum SPÖ und Bürgerliste mit den knappen Ressourcen lieber Klientelpolitik betreiben anstatt die Mittel für Projekte zu investieren, die Salzburgs Sportvereine den Salzburgern und Salzburgerinnen mit unermüdlichem Einsatz für die sportliche Betätigung und in weiterer Folge auch für die Gesundheit unserer Kinder zurückzahlen.

Bürgermeister sauer - USK Gneis zahlt drauf

Dass Bürgermeister Schaden seine emotionalen Ausbrüche nicht zum ersten Mal auf dem Rücken der Sportvereine entlädt, bekommt der USK Gneis doppelt zu spüren. Im Jahr 2009 waren im außerordentlichen Haushalt 30.000 Euro für die Spielfeldsanierung inklusive Brunnenbau reserviert, im Jahr 2010 sollte die zweite Tranche kommen. Dass beim USK Gneis dringender Handlungsbedarf besteht, ist jedem Sportinteressierten klar. Der Herr Bürgermeister aber stellt lieber seine persönlichen Befindlichkeiten über die Bedürfnisse der Vereine. Der Mitte November – also wenige Tage vor den Budgetverhandlungen (!) – erstellte Amtsbericht seiner Kultur- und Sportabteilung über die erste Tranche über 30.000 Euro lief nie aus und die für die zweite Tranche über denselben Betrag vorgesehenen und bereits budgetierten Mitteln ließ er mit seinen Weggefährten Bürgerliste und FPÖ wieder streichen.

26923 – USK Gneis:
Die zuvor vereinbarte Budgetvorsorge über € 30.000,-- wird wieder zurückgenommen. Einstimmig. (Restantenprotokoll vom 17.11.2009)

Ich kann nur für die Fußballvereine und die 2000 Kinder, die dort mit Begeisterung sportlich aktiv sind, hoffen, dass Bürgermeister Schaden den Scherbenhaufen, den er bei der Jugendsportförderung hinterlassen hat, noch irgendwie kitten kann. Die ÖVP wird sich auf jeden Fall für die engagiert arbeitenden Sportvereine einsetzen, um noch eine Lösung möglich zu machen. Immerhin geht es hier um die Jugend Salzburgs!



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